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Finanz- und Aktienmarktkommentar

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30.11.2023
EZB: Wann kommt die erste Zinssenkung?
Die Inflation im Euroraum ist im November, nach einer Erstschätzung der Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg, auf 2,4 Prozent gesunken. Somit hat sich die Teuerung dem anvisierten Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2 Prozent angenähert.

Außerdem hat die Notenbank, bis jetzt, ihren Job gut ausgeführt. Vor einem Jahr lag die Teuerung in der Eurozone noch bei 10,1 Prozent. Die Konjunktur ist zwar mittlerweile massiv abgekühlt und in eine leichte Rezession gerutscht – das Thema Zinserhöhung im Euroraum ist jedoch nach den aktuellen Daten erledigt. Ein erstes Aufatmen am Aktienmarkt ist zu vernehmen.

Mehr noch – der Aktienmarkt beginnt die ersten Zinssenkungen für den Frühling 2024 einzupreisen. Dieser Zeitpunkt könnte jedoch verfrüht sein. Die von der EZB sehr beachtete Kerninflation – ohne Energie und Lebensmittel – lag im November nach einer Erstschätzung von Eurostat bei 3,6 Prozent. Zudem könnte es im Dezember bei der Teuerung durchaus wieder etwas nach oben gehen. Auch die stark gestiegenen Löhne können die Teuerung noch länger von dem 2 Prozent-Ziel fernhalten, als viele vermuten.

Fest steht, dass die EZB – wie auch die US-Notenbank (Fed) auf der anderen Seite des Atlantiks – durch die niedrigere Inflation einen relativ großen Spielraum für Zinssenkungen bekommt. Wenn die Notenbank den Einlagezins – jenen Zinssatz den die Geschäftsbanken bekommen, wenn sie Geld bei der EZB parken – über der Inflation hält, dann bleibt die Geldpolitik restriktiv – trotz Zinssenkung. Da die realen Leitzinsen im Plus liegen würden (Einlagezins minus Inflation).

Zur Zeit liegt der Einlagezins bei 4,00 Prozent. Im Verlauf des Jahres 2024 sollte die Inflation auf die 2 Prozent gesunken sein und die Kerninflation wird sich vermutlich diesem Zielwert angenähert haben. Die EZB kann die Zinsen senken und weiterhin eine restriktive Geldpolitik durchführen. Bis es soweit ist, wird jedoch noch etwas Zeit vergehen. Der Sommer 2024 ist ein heißer Zeitraum für die erste Zinssenkung im Euroraum.
Von Stefan Wozabal

 

 

 

 

15.11.2023
Fed am Zinsgipfel
Nachdem im Oktober die Inflation auf 3,2 Prozent zurückgegangen ist und der Arbeitsmarkt immer mehr Risse bekommt, wird die US-Notenbank (Fed) den Zinsgipfel erreicht haben.

Die für viele – auch für den Fed-Präsidenten Jerome Powell – überraschend starke US-Wirtschaft machte es möglich, dass die US-Notenbank die Fed Funds Rate auf eine Spanne von 5,25 – 5,50 Prozent anhob, ohne eine Rezession auszulösen.

Lange Zeit war der US-Arbeitsmarkt für die Fed eine Herausforderung, da durch den Arbeitskräftemangel viele Unternehmen höhere Löhne zahlten um Personal zu bekommen. Höhere Löhne befeuern in der Regel die Inflation. Der US-Jobmarkt zeigt sich zwar weiter als stark, die ersten Risse sind jedoch bereits sichtbar und werden zusehens größer.

Zwar wird Jerome Powell – und vermutlich auch weitere Fed-Persönlichkeiten – darauf hinweisen, dass die Teuerung noch vom 2 Prozent Ziel entfernt ist und die Notenbank bereit sei die Geldpolitik weiter zu straffen. In der Realität wird die Fed die Chance nutzen und die US-Wirtschaft zu einem soft landing führen, die Zinsen also nicht mehr anheben. Zudem werden die Konjunkturdaten dies auch nicht erforderlich machen. Die Fed hat den Zinsgipfel erreicht.
Von Stefan Wozabal

 

 

 

 

20.10.2023 

USA gegen China
Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt, USA und China, fechten schon seit geraumer Zeit einen Handelskrieg aus. Die Hauptwaffen, die dabei zum Einsatz kommen sind Sanktionen. Beide Seiten verwenden als Begründung für eine neue Sanktion im Regelfall die selbe Formulierung: Es geht um die „nationale Sicherheit“.

 

Die USA versuchen immer wieder, der Volksrepublik den Zugang zum Technologie-Sektor zu erschweren, während China den Export von im Westen dringend benötigten Rohstoffen begrenzt. Vergangenen Sommer wurde die Ausfuhr der für E-Autos und Mikrochips wichtigen Rohstoffe Gallium und Germanium eingeschränkt.

 

Vor kurzem hat die US-Regierung den Export von Mikrochips im Sektor Künstliche Intelligenz (KI) nach China massiv beschnitten. Jenen Bereich, in dem die Volksrepublik einen großen Aufholbedarf hat.

 

Am 20. Oktober kam der Gegenschlag: Peking verlangt für drei „hochsensible“ Sorten von Grafit besondere Exportgenehmigungen. Grafit zeichnet sich, unter anderen, durch seine hohe Leitfähigkeit aus und wird beispielsweise in Lithium-Ionen-Akkus verarbeitet. China ist der größte Grafit-Produzent der Welt.

 

Durch den Handelskrieg bremsen sich die USA und China gegenseitig ab. Bemerkenswert ist, dass es der Europäischen Union (EU) nicht gelingt, Boden gegenüber den beiden größten globalen Volkswirtschaften gut zu machen.

Von Stefan Wozabal

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